Das Zentrale Wissenschaftlich-Forschungsinstitut für Präzisionsmaschinenbau (TsNIITochMash) der Rostec State Corporation hat in acht Jahren fast 300.000 Ratnik (deutsch: Krieger) Kampfausrüstungssysteme geliefert. „Das Hauptmerkmal von Ratnik ist die Fähigkeit, die Ausrüstung an die physischen Eigenschaften des Soldaten und die durchgeführten Kampfeinsätze anzupassen“, so der Hersteller. Neben der Basiskonfiguration (siehe Links zu den Reviews unten), einer Kommandantenversion, wurden besonders ausgestattete Ausrüstungen für Scharfschützen, Maschinengewehrschützen und Kampfwagenbesatzungen entwickelt.

Ratnik-Lieferung erfolgreich abgeschlossen

Ratnik wurde von TsNIITochMash Ende der 2000er Jahre entwickelt und militärisch getestet. Nach Abschluss der Tests wurden Versuchschargen an die Truppen geschickt, und 2015 begannen die jährlichen Serienlieferungen der neuen Geräte. Im Jahr 2020 wurde die Produktion und Lieferung von Ratnik Kampfausrüstungen vorzeitig abgeschlossen.

Russische Soldaten im modernen Ratnik/VKBO Gear.

Ratnik sei „eine fortschrittliche Ausrüstung“, so die Russen, die es ermögliche, eine Vielzahl von Aufgaben auf dem Schlachtfeld erfolgreich zu erfüllen. Es kombiniert mehr als 60 Elemente: Waffen, Visiere, persönliche Schutzausrüstung, autonome Wärmequellen, Kommunikationsausrüstung und aktive Gehörschutzsysteme. Heute entwickeln die Militärspezialisten taktische und technische Anforderungen für den Soldaten der Zukunft – ein grundlegend neues „Sotnik“ (deutsch: Zenturio) Set von Technologien. „Wir erwarten, dass wir unsere Aufgabenstellung für die Entwicklung bereits im Jahr 2021 erhalten”, sagte Bekkhan Ozdoev, Industrie-Direktor der Rostec State Corporation.

Sotnik ist der russische Infanterist der Zukunft

Was Sotnik so anders machen will als Ratnik, darüber gibt es eines an Spekulationen: Russland will angeblich die Fähigkeit, kleine Angriffsdrohnenschwärme, Roboter und Exoskelette zu steuern, in seine Soldatenausrüstung der nächsten Generation integrieren – eine Entwicklung, die sich eher wie ein Videospiel-Update anfühlt als Realität.

Vorne Ratnik mit passivem Exoskelett, dahinter eine Studie für Sotnik (ursprünglich wohl noch Ratnik der dritten Generation genannt).

Die Ausrüstung wird entwickelt, um das Situationsbewusstsein jedes einzelnen Soldaten zu verbessern, die Kampffähigkeit und Effizienz zu steigern und das Risiko für das Leben auf dem Schlachtfeld zu verringern.

In einem Bericht der „Rossijskaja Gazeta“ (via AsiaTimes) erklärte der russische Armeegeneral Oleg Saljukow, dass „eines der aktuellen F&E-Projekte, das auf Wunsch des Kommandos der Bodentruppen durchgeführt wird, die Schaffung einer neuen Generation von Kampfausrüstung vorsieht, die Elemente enthält, die die physischen Fähigkeiten der Soldaten verbessern.“ Dazu gehören „Kampf- und spezielle Exoskelette, die Integration von Kampf- und Unterstützungsrobotern sowie Aufklärungs- und Angriffsdrohnen der Klein- und Miniklasse“, so Saljukow weiter. HIER mehr Infos zu aktuellen russischen passiven Exoskeletten für Pioniere.

Die Russen forschen scheinbar an Tarnmaterial, das sich selbständig an die Umgebung adaptiert.

Abgesehen davon, dass Sotnik 20 Prozent leichter sein soll als die Ratnik-Ausrüstung, klingt vieles nach Infanterist der Zukunft. Im erweiterten System sollen Bilder der Kameras der Mikrodrohnen auch direkt auf das Helmvisier oder die Schutzbrille des Soldaten projiziert werden, inklusive Befehle und abrufbare Karten des Geländes. Es werde auch erwartet, dass die Sotnik-Kampfausrüstung aus minensicheren Stiefeln, einem speziellen Thermoanzug, der den Soldaten für Infrarotsensoren unsichtbar macht, und einem Antiradar-Anzug bestehen wird, schreibt TASS. Dort wurde, was jetzt Sotnik heißt, vor einiger Zeit noch als Ratnik der dritten Generation vorgestellt.

Teil des neuen Exoskeletts beim Sotnik soll auch „minensicheres“ Schuhwerk sein.

„Möglicherweise wird es einige robotisierte Systeme geben, die künstliche Intelligenz mit menschlichen Fähigkeiten integrieren. Es wird an der Verwendung von motorisierten Exoskeletten, Mikrodrohnen und neuen Waffen geforscht”, so Sergej Abramow vom Rostec-Konzern.

Die Russen habe auch gut Science Fiction gelesen: da ist die Rede vom Einsatz eines chromogenen, elektroaktiven Materials, mit dem die Kampfausrüstung ihre Farbe ändern kann, um sich an das Gelände des Einsatzortes anzupassen. „Chameleon“ heißt das Projekt, der Helm oben wurde bereits 2018 präsentiert. Ähnliche Technologieversuche hat man auch schon bei westlichen Firmen gesehen. Spannend ist auch die angedeutete neue Bewaffnung, die am Sotnik zu sehen ist, die uns assoziativ an das Next Generation Squad Weapon Programm der US Army erinnert. Nachdem wir den Ratnik für eine sehr moderne Umsetzung des westlichen Bekleidungsstandards für die russische Arme halten – nicht mehr, aber auch nicht weniger –, sind wir gespannt wie Sotnik den russischen Infanteristen der Zukunft formen wird.

ROSTEC im Internet: rostec.ru

Die russische Armee im Internet: eng.mil.ru

Messepräsentation des russischen Infanteristen der Zukunft.

Das russische RATNIK System auf SPARTANAT: 

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– Review: Das Ratnik MRE der Russischen Armee

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– Artikel: Ratnik Version 3 soll ein Exoskelett bekommen

– Photo File: Der Ratnik für Syrien

– Artikel: Knieschützer für Pioniere

– Photo File: AK74M3 Modernisierungs Kit

– Artikel: AK-12/AK-15 die neuen Kalaschnikows zum Ratnik-System

– Photo File: Kollimator 1P87 Ratnik – das russische EOTech

Modernste russische Ausrüstung: Ratnik, Ratnik für Syrien und Ratnik der 3. Generation – aus dem jetzt wohl die angekündigte Sotnik-Ausrüstung entstehen soll.