Ist des einen Terrorist der Freiheitskämpfer des anderen? Ist Terrorismus Kriminalität oder Krieg? Kann es einen „Krieg gegen den Terror“ geben?

Für viele haben die Terroranschläge vom September 2001 das Gesicht der Welt verändert, indem sie den Terrorismus an die Spitze der politischen Agenda gebracht und zu einer Reihe von globalen Ereignissen geführt haben, darunter den Krieg im Irak und die Invasion Afghanistans. Die jüngsten Terroranschläge in verschiedenen europäischen Städten haben gezeigt, dass der Terrorismus auch heute noch ein wichtiges Thema ist. Charles Townshend, Professor für Geschichte, zeigt einen klaren Weg, den modernen Terrorismus zu verstehen und zu erklären, und untersucht die historischen, ideologischen und lokalen Wurzeln von terroristischer Gewalt.

Ausgehend von der Frage, warum es Terroristen so leicht fällt, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen, analysiert er in seinem Buch die Entstehung des Terrorismus als politische Strategie und diskutiert die Ziele, die von den Nutzern dieser Strategie verfolgt wurden, von französischen Revolutionären bis hin zu islamischen Dschihadisten. In Anbetracht der Art von Gruppen und Einzelpersonen, die sich für den Terrorismus entscheiden, diskutiert Townshend das Entstehen von ISIS und den Anstieg der individuellen Selbstmordattentäter und untersucht die Fragen, die mit der Suche nach einer angemessenen Antwort auf die Bedrohung verbunden sind, die sie darstellen, insbesondere für liberale demokratische Gesellschaften. Townshend analysiert auch den Einsatz von Messern und anderen scharfkantigen Waffen bei Angriffen und das Thema „Cyberterror“ und beschreibt den Einsatz von Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung, von Überwachungsmaßnahmen bis hin zu Drohnenstreiks.

Im englischen Original heißt das Buch „Terrorism: a very short introduction“. Das ist relativ. Der Leser kommt auf 200 Reclam-Seiten, die spannend zu lesen sind. SPARTANAT Empfehlung.

Terrorismus: Eine kurze Einführung“ von Charles Townshend,  Suhrkamp Verlag, 207 Seiten, Euro 10.