Im Amerikanischen ist der Begriff „Tactical Athlete“ als Bezeichnung für Spezialkräfte gängig. Soldaten und Polizisten im Top-Bereich sind geistig und körperlich so gefordert wie Spitzenathleten. TACTICAL ATHLETIC kommt aus der Betreuung für Spitzensportler und widmet sich ganz den speziellen Bedürfnissen von Spezialkräften. Wir haben mit Cheftrainer Bernd Bachfischer über sein funktionelles Angebot und TACTICAL ATHLETIC gesprochen.
SPARTANAT: Bernd, Du bist der Mann hinter TACTICAL ATHLETIC. Wo kommst Du ausbildungsmäßig her?
TACTICAL ATHLETIC: Ich bin Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt „präventive & rehabilitative Sportmedizin“, was in Deutschland die fundierteste Ausbildung in den Bereichen Anatomie/Physiologie/Biomechanik, sowie Trainingslehre und -steuerung ist. Nach meiner Ausbildung war ich in an einer Rehabilitationsklinik in der Abteilung „Spitzensport“ tätig. Hier waren bereits die ersten Aufgabe mit Beamten und Soldaten aus Spezialeinheiten.

„Meine Expertise wurde erstmal 2016 von einer deutschen Spezialeinheit der Polizei angefragt, um eine  spezielle taktische Vorgehensweise mit athletischen Elementen zu verbessern und optimieren.“

Die Reha lehrt, auf Details zu achten, in Prozessen zu denken und persönliche Strategien zu entwickeln. Genau diese Fähigkeiten sind es, die das TACTICAL ATHLETIC so effektiv machen. Ich hab der Rehabilitation den Rücken gekehrt und ein einges Zentrum für angewandte Sportwissenschaft gegründet. Hier arbeiten wir seit mehr als sechs Jahren erfolgreich im Athletikbereich von Spitzensportlern auf nationalem und internationalem Niveau in aktuell 14 Sportarten. Ich berate mit meinem Team Dozenten von sportwissenschaftlichen Fakultäten und renomierte Ärzte im Bereich Orthopädie, Neurologie und Chirurgie.
Diese Expertise wurde erstmal 2016 von einer deutschen Spezialeinheit der Polizei angefragt, um eine  spezielle taktische Vorgehensweise mit athletischen Elementen zu verbessern und optimieren. Nach dieser ersten Zusammenarbeit folgten weitere Workshops, wobei wir seither auch mit weiteren Einheiten zusammenarbeiten dürfen.
SPARTANAT: Was macht die Anforderungen im Spezialkräftebreich mit dem Spitzensport vergleichbar?
TACTICAL ATHLETIC: Der gemeinsame Nenner zwischen Spezialkräften und Spitzensportlern liegt ganz klar im Level, auf dem diese Menschen ihre körperlichen Fähigkeiten abrufen müssen. Auch ist der Anspruch an das Umsetzen ihrer Fähigkeiten extrem gleich hoch. Beiden Gruppen wird viel abverlangt und beide wollen überdurchschnittlich viel leisten. Hinzu kommt, dass beide „Berufsgruppen“ ungemein viel Zeit für die spezifische Ausbildung in Spezialisierungen legen. So bringen Gruppen vom Mind-Set ähnliche emotionale und mentale Bedürfnisse mit. Weder Spezialkräfte, noch Spitzensportler können es sich leisten, im Falle einer akuten Leistungsabfrage (Einsatz oder Wettkampf) Einbußen zu tolerieren, da die jeweilige Leistung unmittelbare Folgen haben kann. Dieses psychische Druckmoment müssen beide Lager in perfekter Weise verarbeiten können.

„Was Spitzensportler und Spezialkräfte vergleichbar macht, wäre die Professionalität des Trainings und der Ausbildung, die diese Kräfte und Sportler stetig pflegt, entwickelt und optimiert.“

Damit die Leistung auf derart hohem Niveau abgerufen werden kann, benötigen sowohl Spezialkräfte wie auch Spitzensportler eine extrem stabile Basis. Dies gilt gleichermaßen für Psyche wie für Physis. Und obwohl diese Menschen sich Aufgaben mit überdurchschnittlichen Belastungen stellen, haben für beide die Details in die Tiefe und gleichzeitig die Breite an Fülle von relevanten Faktoren oberste Priorität. Und doch trotz dieser herausragenden Leistungsbereitschaft und hartem Leistungsprofil stehen diesen Kräften die gleichen Werkzeuge zur Verfügung, die alle Menschen haben: ca. 640 Muskeln, ca. 5,8 Millionen Kilometer Länge an Nervenbahnen, Impulse erreichen das Gehirn mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h, das Gehirn verarbeitet in der Sekunde 400 Mrd. Bit an Informationen – nur 2000 davon bewusst (!), 100% der hormonellen Regelprozesse laufen außerhalb unserer Wahrnehmung ab, und viele mehr.
Was beide vergleichbar machen sollte, wäre die Professionalität des Trainings und der Ausbildung, die diese Kräfte und Sportler stetig pflegt, entwickelt und optimiert. Dies betrifft alle Bereiche von Feinmotorik bis Athletik von neuronalen, muskelphysiologischen und biomechanischen Faktoren. Der Leistungssport hat sich dieser Punkte angenommen, was der Spezialkräftebereich noch vermissen lässt.
SPARTANAT: Was kann TACTICAL ATHLETIC den Operators bringen? Trainieren die nicht ohnehin und haben Sport? 
TACTICAL ATHLETIC: Wie auch im Leistungssport steht auch im TA ein Faktor im Fokus: höchste Leistungsfähigkeit. Diese ist sowohl für die Sicherheit, wie die Durchschlagskraft der entscheidende Parameter. Im einsatztaktischen Feld werden hierzu folgende zwei Bereiche mit höchster Professionalität abgedeckt. Die Ausrüstung entspricht neustem Stand und das Equipment ist optimal an Einsatzschwerpunkte angepasst. Auch taktische Vorgehensweisen werden geschult und trainiert. Auch hierbei bedienen sich Spezialeinheiten modernster Methoden und höchsten Standards.

„Wo Equipment und Taktik zusammenstoßen – beim Beamten oder Soldaten – klafft aus sportwissenschaftlicher Sicht eine Lücke, die es zwingend zu schließen gilt.“

Wo jedoch Equipment und Taktik zusammenstoßen – beim Beamten oder Soldaten – klafft aus sportwissenschaftlicher Sicht eine Lücke, die es zwingend zu schließen gilt. Den Kräften stehen zwar oftmals ein großzügiger Trainingsraum mit vielen Möglichkeiten zu Verfügung, jedoch findet kein Qualitätsmanagement statt, was inhaltlich in den privaten Trainingssessions abläuft. Schwenken wir zurück in den Reha-Bereich, so müssen wir erkennen, dass im Schnitt über 50 Prozent der Patienten einer orthopädisch ausgerichteten Rehaklinik nicht akut verletzt sind, sondern Schmerzsymptomatiken von Fehlbelastung erleiden. Belastung und Belastbarkeit von Arbeit, Alltag und Hobby sind hierbei nicht im Einklang. Ein Trainingsraum birgt enormes Potential, sich Fehlbelastungen auszusetzen – obwohl man mit bester Absicht sich etwas Gutes tun will, sich durch Training einsatzfit halten möchte.
Im Jahre 2019 ist Wissen eines der wichtigsten Güter, die wir besitzen oder vermitteln können. Genau hier setzt TACTICAL ATHLETIC an. Meine Aufgabe als Sportwissenschaftlers ist es, Eigenkompetenz denjenigen zu geben, die eigenverantwortlich sich potentiellen Gefahren aussetzen, die ihrer Leistungsfähigkeit schaden könnten. Das ist nicht nur gefährlich für sie, sondern auch für Kameraden und Kollegen.
SPARTANAT: Wie sind die Reaktionen der Soldaten und Polizisten aus den Einheiten auf das, was Du ihnen beibringen kannst?
TACTICAL ATHLETIC: Die Reaktionen sind durchaus unterschiedlich aber absolut positiv. Unsere Aufgabe ist es, unsere jahrelange Erfahrung im Arbeiten auf höchsten Spitzensportniveau auf taktische Profile anzupassen. Polizisten und Soldaten sind meist erstaunt, welche Inhalte bereits in welcher Qualität zur Verfügung stehen, um eben auch taktische Einheiten weiter zu entwickeln. Die Argumente aus dem Leistungssport sind absolut überzeugend, daher wird uns großes Commitment und Vertrauen entgegengebracht.

„Der Wille, sich stets weiter zu entwickeln, bringt bei unseren betreuten Einheiten die Motivation zu Tage, offen und selbstkritisch immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, um Schwächen abzustellen.“

Das schätzen wir sehr, zumal wir verstehen, dass in diesem Feld Informationen – wenn überhaupt – mit viel Fingerspitzengefühl transportiert werden. Zum Teil sind Mitglieder von Spezialeinheiten auch erschrocken, welche Distanz zwischen ihrem Trainingsverständnis und dem eines Leistungssportlers ist. Ebenso ist für viele erschreckend, wie ungemein klein die Grenze zwischen funktionellem Leistungsaufbau zu degenerativer Überlastung und inhaltlicher Fehlplanung ist. Hierbei geht es jedoch natürlich nicht um Benennung eines möglichen Schuldigen, sondern vielmehr um das bekannte Fassen an die eigene Nase. Daher treffen wir in unseren Sessions, Ausbildungen und Coachings auf viel konstruktive Neugier und Lernbereitschaft. Was wir in 3 Jahren unserer Arbeit bereits geschafft haben, ist ein Verständnis für unser Anliegen und unsere Absichten in diesem wichtigen Feld bei betroffenen Kräften zu legen.
Der Wille, sich stets weiter zu entwickeln, bringt bei unseren betreuten Einheiten die Motivation zu Tage, offen und selbstkritisch immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, um genau diese Schwäche abzustellen, um sich danach an die nächste zu wagen. Entwicklung ist ein langer Prozess, der eigentlich nie beendet werden kann. „Wer aufhört, besser zu werden, ist bereits am Abbauen“ – mit dem richtigen Verständnis erhalten Polizisten und Soldaten genau den Biss und die notwendige Ausdauer, dieser Entwicklung sinnvoll und konstruktiv entgegen zu treten.TACTICAL ATHLETIC bietet HALO Session an
Dieser zweitätige Workshop mit sportwissenschaftlichem Inhalt und taktischer Praxisanwendung für Polizei, Bundespolizei und Militär ist für alle internationelen Kräfte mit Dienstausweis konzipiert, die höchste Ansprüche an ihre Eigenverantwortlichkeit in Hinblick auf eigenständige Trainingsgestaltung legen. Der Workshop hat fünf Schwerpunkte:
      1. praktische Einheiten mit sportlicher Ausrichtung
      2. praktische Einheiten mit taktischer Ausrichtung
      3. Theorieblöcke für die wichtigen Hintergründe
      4. Parkour in einer extrem genialen Location, um das „Gelernte“ in die
      Anwendung zu bringen
      5. „Meet and greet“ und Austausch mit anderen Kollegen aus Polizei,
      Bundespolizei und Militär (national wie international)
      Training ist weit mehr als Gewichte stemmen. Motorische Entwicklung
      geschieht da, wo Präzision, Kraft und Funktion zusammen treffen. Wissen
      über dies Schnittstelle vermittel ich in diesen beiden Tagen.

„Become the fittest element on the battle field. Strukturiert. Funktionell. Nachhaltig.“

BERND BACHFISCHER ist Diplom-Sportwissenschaftler, Studium an der TU München: Diplom-Sportwissenschaften mit Schwerpunkte „präventive & rehabilitative Sportmedizin“ Beruflicher Werdegang: – zwölf Jahre Trainingstherapie im Leistungssport – acht Jahre Athletiktraining im Leistungssport – vier Jahre Head Professional „Kletterathletik“: Ausbildung von leistungsambitionierten Klettertrainern (international) und funkionelles Training von Breiten- bis Spitzen (eigenes Konzept) – drei Jahre Head Professional TACTICAL ATHLETIC: Beratung und Coaching von Spezialkräften von Polizei und Militär (eigenes Konzept)– Buchautor „Athletiktraining fürs Klettern und Bouldern: Über 80 Übungen für Schulter, Core, Hüfte und Sprunggelenk“ – Referent für sportwissenschaftliche Themen, Berater von Fakultäten, Nationaltrainern und renomierten Fachärzten.
TACTICAL ATHLETIC im Internet: www.tactical-athletic.com
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