Werkstattkurs? Wozu brauch ich denn so einen Quatsch?!? „Diese Frage höre ich öfter, wenn es um dieses Thema geht“, weiß Markus von Alpha Security Consulting & Training. „Allerdings ist ein Werkstattkurs auf dem Weg vom Schusswaffenbesitzer über den Schusswaffenbediener zum Schusswaffenbeherrscher ein Muss.“ Durch die Teilnahme an einem solchen Kurs werde ich als Teilnehmer in die Lage versetzt, sämtliche notwendige (und rechtlich konformen) Arbeiten zur Reinigung und Wartung (inkl. Verschleißbeurteilung und Ersatzteilaustausch) seiner Schusswaffe eigenständig durchzuführen. Weiterhin lernt man die Technik und das Zusammenwirken der Teile dadurch besser kennen. Das ist Markus’ Bericht vom CZ Werkstattkurs bei CSC Arms Division:

CZ Amourer Kurs zur P-10 Familie

Anfang 2020 berichtete Sven „Stolle“ Stollenwerk, der Geschäftsführer der Firma CSC Arms Division GmbH (einer von drei CZ Deutschlandimporteuren), dass im Laufe des Jahres ein CZ Armourer Kurs geplant ist. Da ich eh mit dem Gedanken gespielt habe, mir eine CZ P-10C zu kaufen, war mein Interesse an einem solchen Kurs natürlich hoch. Leider musste der Kurs dann pandemiebedingt mehrfach verschoben werden. Aber am 28. November 2020 war es dann endlich so weit. Im CSC HQ in Heusenstamm fand der erste CZ Amourer Kurs zur P-10 Familie statt. Natürlich wurden alle damaligen Corona-Auflagen und -Maßnahmen eingehalten. Was für mich als bekennender Glock Nutzer sehr gut war, es gab mehr als genügend Leihwaffen und man musste keine eigene CZ mitbringen – man konnte es aber. HIER gibt es alle Infos zu den Pistolen der CZ P-10 Familie.

Zu Beginn des Kurses traf sich die buntgemischte (Sportschützen, Jäger, Sachverständige, Behördenangehörige) sechsköpfige Gruppe in den Räumlichkeiten der CSC Arms Division GmbH. Hier gab es ein kleinwenig Icebreaking und Smalltalk. Danach begaben wir uns in den angemieteten Schulungsraum zwei Stockwerke tiefer. Dort war für jeden Teilnehmer ein Arbeitsplatz vorbereitet. Neben diversen Snacks, Getränken und CZ Give Aways (z.B. CZ Tragetasche, CZ Bren Schlüsselanhänger, CZ Aufkleber, etc.) war der Arbeitsplatz mit dem benötigten Werkzeug ausgerüstet. Dazu gehörte eine Unterlage, eine Flasche Waffenöl, zwei Hämmer (ein Schlosserhammer und ein Schonhammer), eine Nasenzange, ein Reinigungstuch, eine Durchtreibunterlage (mit einem eingelaserten CZ Logo und Mittelloch versehener Eishockeypuck), ein Durchtreiber-Set (0.9 bis 5.9), ein CZ Notizbuch und natürlich eine CZ P-10 bei mir eine P-10F.

Pünktlich um 10:00 eröffnete Stolle den Kurs. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer erfolgte eine Sicherheitseinweisung für das Verhalten während des Kurses inkl. einer Einweisung in die Örtlichkeit und Rettungsmittel. Danach gab es einen kurzen Überblick über das Unternehmen CZ und die aktuelle Modellpalette der CZ P-10 Familie sowie eine Einweisung in das Zerlegewerkzeug.

Nun war es endlich so weit. Depacking – das erste Mal, seit meiner Waffensachkundeprüfung (eine CZ 75 und schon ein paar Jahrzehnte her), hielt ich eine CZ in der Hand. Nun musste jeder Teilnehmer, unter professioneller Anleitung des Lehrgangsleiters, den Ladezustand seiner Waffe prüfen. Sämtlichen Tätigkeiten wurden durch den Lehrgangsleiter ausführlich erklärt und vorgemacht und im Anschluss durch die Teilnehmer nachgemacht (VENÜ-Prinzip). So war gewährleistet, dass die Teilnehmer die Tätigkeiten über mehrere Lernkanäle aufnehmen konnten. Des Weiteren achtete der Lehrgangsleiter ständig darauf, dass die Teilnehmer synchron arbeiteten und keiner vormuckt. Beim Auftreten von Problemen oder Fragen konnte der Lehrgangsleiter dadurch auch sofort eingreifen und unterstützen. Nachdem die Sicherheit an der Waffe festgestellt wurde, wurden die Waffen und Bedienelemente vorgestellt, und dann in die Hauptbaugruppen (Verschluss, Lauf mit Patronenlager, Griffstück mit Auslösevorrichtung) und das Magazin zerlegt (Field Strip). Bei dem Zerlegen des Magazins wurde auf die Besonderheiten eines Standardmagazins und eines +2-Magazins eingegangen. Und als bekennender Glock Nutzer muss ich gestehen, dass dies bei CZ wesentlich einfacher und vor allem materialschonender gelöst ist als bei Glock.

Nun widmeten wir uns dem Verschluss. Auch die Demontage der Back Plate erwies sich wesentlich einfacher als bei dem Mitbewerber aus Österreich. Als die Back Plate aus dem Weg war, wurde der Verschluss von allen Einzelteilen (inkl. Visiereinrichtung) befreit.

Beim Vormucken erwischt

Gleiches musste dann das Griffstück mit Auslöseeinrichtung über sich ergehen lassen. Dabei ermahnte der Lehrgangsleiter immer wieder zur Achtsamkeit, vor allem beim Austreiben von Bolzen und Spiralspannstiften oder dem Herausziehen des Austreibers. Gerade beim (zu frühen Herausziehen des Austreibers) wurde der ein oder andere Teilnehmer beim Vormucken erwischt. Das äußerte sich in einem wilden Fluchen mit anschließender Babykrabbelhaltung auf dem Fußboden, da irgendeine kleine Feder weggeflogen ist.

Anschließend setzten wir die Schusswaffen wieder zusammen. Hier gab es bei einigen Teilnehmern kleinere Probleme beim Einsetzen kleinerer Federn. Aber auch hier konnte der Lehrgangsleiter mit Fachexpertise glänzen und den Teilnehmern kleine Tipps und Tricks verraten, wie man es sich leichter machen kann.

Als alle Waffen wieder zusammengesetzt waren und eine trockene Funktionsprüfung durchgeführt worden war, verlegten wir eine Etage tiefer auf den Schießstand zum heißen Funktionstest. Jeder Teilnehmer bekam nun die Möglichkeit die Funktion seiner Schusswaffe im scharfen Schuss zu prüfen. Nachdem dies ohne Funktionsstörungen geschehen war, hatte der Lehrgangsleiter noch ein kleines Highlight für uns. Auf einem Ablagetisch lagen sämtliche P-10 und Scorpion EVO 2 Modelle zum Testen bereit. Dies wurde auch ausgiebig genutzt. Wer allerdings den Lehrgangsleiter kennt, konnte sich vorstellen, dass er dies nicht ohne Hintergedanken gemacht hat. Dies zeigte sich dann, als wir wieder im Schulungsraum waren und zum Themengebiet Reinigung und Verschleißbeurteilung kamen … Die Schusswaffen wurden wieder in die Hauptbaugruppen zerlegt und waren natürlich nicht mehr so schön sauber wie zu Kursbeginn. Aber wie soll man auch sonst das Reinigen lernen! Nachdem wir die Waffen nach den Vorgaben der Lehrgangsleitung gereinigt hatten, wurde noch an jeder Schusswaffe eine Verschleißbeurteilung durchgeführt. Auch hier wurden wieder viele Tipps und Tricks vermittelt.

Gegen 17:15 endete der Werkstattkurs mit der Übergabe der begehrten Zertifikate. Diese haben eine Gültigkeit von zwei Jahren. Somit ist gewährleistet, dass der „Werkstattmeister“ regelmäßig an Weiterbildungen teilnimmt und immer Up-To-Date ist.

Guter Kurs, tolle Leistung

Die überaus fairen Lehrgangskosten von (damals) 125,00 € beinhalteten kleine Snacks, Getränke (Kaffee, Mineralwasser), diverse CZ Give Aways sowie sämtliche Schießstands- und Munitionskosten.

FAZIT: Ich kann jedem CZ-Besitzer nur nahelegen einen Werkstattkurs bei CSC Arms Division GmbH zu besuchen. Es sind weitere Kurse für andere Modelle/Modellreihen geplant. Und was soll ich sagen – bei dem für die Scorpion bin ich auf jeden Fall wieder dabei!

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