Es ist kein Geheimnis, dass Filme bei der Darstellung von Schusswaffen und der Art und Weise, wie sie in einem Kampf verwendet werden, oft falsch liegen. Von den Protagonisten der 80er Jahre, die sich weigern, ihre Waffen beim Schießen zu schultern, bis hin zu der scheinbar unendlichen Magazinkapazität in der Waffe eines jeden Helden, stellen Filmemacher seit langem das, was cool aussieht über das, was in der Realität tatsächlich möglich wäre. Und um ehrlich zu sein, ist es schwer, ihnen dafür böse zu sein. Schließlich sieht das feuern zweier Pistolen im Seitwärtssprung ziemlich knallhart aus, auch wenn es das Dümmste ist, was jemand in einem Feuergefecht tun kann.

Es gibt natürlich Ausnahmen von der Regel, wenn es um Hollywoods Darstellungen von Feuergefechten geht – Filme, die es schaffen, eine realistische Darstellung dessen zu bieten, wie bewaffnete Konflikte tatsächlich ablaufen, während sie dem Publikum dennoch etwas bieten, worüber es sich freuen kann. Diese Filme sind vielleicht nicht von Anfang bis Ende realistisch aber jeder bietet mindestens ein Feuergefecht, das realistisch genug war, um selbst hochqualifizierte Kämpfer dazu zu bringen, sich in Richtung der Kanten ihrer Sitze zu bewegen.

1. Deltas großer Auftritt: „Sicario“

Die Grenz-Szene im 2015 erschienenen Film „Sicario“ ist es wert, aus mehreren Blickwinkeln betrachtet zu werden: Als Paradebeispiel für das Filmemachen leistet diese Szene Enormes in Sachen Spannungsaufbau. Und auch wenn einige Elemente der Rahmenbedingungen nicht ganz realistisch sind, bietet die Art und Weise, wie sich das anschließende Feuergefecht abspielt, einen prägnanten und brutalen Einblick in die Fähigkeiten jener Männer, die ihren Weg in ein Elite-Team wie das der Delta Force finden.

Im Gegensatz zu den vergangenen Chuck Norris-Darstellungen der Deltas sind diese Männer schweigsam und tatenreich und sie nutzen ihre Fähigkeiten, um nicht nur ihre Gegner zu neutralisieren, sondern die Situation so begrenzt wie möglich zu halten. Der äußerst gelungene Spannungsaufbau und die blitzartige Auflösung der Situation hinterlassen den Zuschauer auch nach dem Ende des Gefechts mit dem gleichen Gefühl von Stress, das jedem, der jemals in einem realen Kampf war, vertraut sein dürfte. Auch wenn die Deltas selbst ziemlich unbeeindruckt scheinen. Wie echte SF-Soldaten oft bestätigen werden, geht es aber weniger darum, unbeeindruckt zu sein, als vielmehr darum, den Job erledigt zu bekommen – aber für den Rest von uns schnöden Sterblichen sieht es so ziemlich gleich aus.

2. Der Goldstandard: „Saving Private Ryan“

Als „Saving Private Ryan“ 1998 uraufgeführt wurde, erinnere ich mich deutlich an meine Eltern, die früh von ihrem lang geplanten Date nach Hause zurückkamen. Mein Vater, ein Vietnam-Veteran, der lange Zeit mit bestimmten Aspekten seines Dienstes gekämpft hatte, war voller Vorfreude auf das neue Kriegsepos von Steven Spielberg. Allerdings fand er die Eröffnungsszene, die die brutale Realität der Invasion in der Normandie im Zweiten Weltkrieg abbildet, zu realistisch, um sie durchzustehen. Mein Vater, der nie von seiner Einsatzzeit sprach, entschied sich, das Kino zu verlassen und verbrachte den Rest des Abends schweigend in seinem Zimmer.

Im Geiste ist diese Liste ein Loblied auf den Realismus im Kino. Aber dieser Realismus hat einen Preis. Und manchmal kann dieser Preis zu hoch sein. Eine Reihe von Veteranen hat die Ansichten meines Vaters über den Film geteilt (er hat ihn schließlich zu Hause selbst gesehen) und diese Eröffnungssequenz, die oft als Meisterwerk des Filmemachens bezeichnet wird, als eine der schwierigsten Szenen bezeichnet, die sie je gesehen haben.

3. Val Kilmer hilft Green Berets auszubilden: „Heat“

Die dramatische zehnminütige Schießerei in „Heat“ ist aus gutem Grund in Hollywood legendär geworden. Sechs Wochen lang sperrte das Produktionsteam des Films jeden Samstag und Sonntag Teile der Innenstadt von Los Angeles, um die Stadt in ein Kriegsgebiet zu verwandeln. Die Schauspieler waren bereit ihren Teil beizutragen. Die Produzenten engagierten echte britische SAS-Soldaten, um die Schauspieler auf den nahegelegenen Kampfschießständen des L.A. County Sheriffs in echten Kampftaktiken auszubilden.

Eine Legende besagt, dass Val Kilmer das Training so gut absolviert hat, dass die Aufnahmen, in denen er in mehrere Richtungen feuert und seine Waffe nachlädt (ohne einen Schnitt), im Fort Bragg als Teil des Trainings für die amerikanischen Green Berets gezeigt wurde. Definitiv werden sie bei der Ausbildung von Marines im MCRD San Diego den Rekruten als Beispiel für einen effektiven Rückzug unter Feuer gezeigt..