Es herrscht wieder Aufbruchsstimmung im Irak. Sicherheit für alle Bürger und Gäste im Land ist ein ganz wesentlicher Teil davon: der deutsche Dienstleister Asgaard GSG trägt dazu bei, dass das Land aus den Wirrnissen seiner Konflikte kommt. Eine lange Geschichte kurz erzählt: Der sogenannte „Dritte Golfkrieg“ welcher von den USA, Großbritanniens und einer „Koalition der Willigen“ gegen den Machthaber Saddam Hussein geführt wurde, endete offiziell nach der Kapitulation der Armee des Irak am 18. Dezember 2011. Während der Besetzung des Landes (2003–2011) sind große Teile der ohnehin schwachen Infrastruktur schwer beschädigt oder gar komplett zerstört worden, so dass sich der Irak ohne technische und finanzielle Unterstützung von außen, nur sehr langsam davon erholt hätte.

Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, welches sich als Dachverband für den zivilen Wiederaufbau im Irak verantwortlich zeigt, organisierte dazu eine Internationale-Wiederaufbau-Konferenz für den Irak in Kuwait. Deutschland und die Europäische Union stellten auf der Geberkonferenz bisher insgesamt knapp 1 Milliarde Euro für die Instandsetzung von Gebäuden und der Infrastruktur in Aussicht.

Damit die Aufbauarbeiten zügig und in geordneten Bahnen ablaufen konnten, war es erforderlich dies alles über einen funktionierenden Staatsapparat mit einer strukturierten Verwaltung, Armee, Polizei und Feuerwehr abzuwickeln. Auch hier gab es breite Unterstützung aus den Geberländern. Die deutsche Bundesregierung und zahlreiche Unternehmen aus Deutschland engagieren sich dort bis heute bei der Unterstützung des Stabilisierungsprozesses.

Wir hatten erneut die Möglichkeit, uns mit dem Geschäftsführer der Asgaard German Security Group, Dirk Gaßmann, über die aktuelle Situation zu unterhalten. Sein Unternehmen arbeitet seit 2016 mit einer  Personenschutz-Gruppen im Irak und unterstützt so gleichfalls die Bemühungen um mehr Sicherheit im im Land.

SPARTANAT: Aus welcher Idee heraus ist Asgaard GSG als Unternehmen entstanden?

Gaßmann: Das Grundgerüst des Unternehmens entwickelte sich aus einem früheren, artgleichen Projekt, welches sich aber auf den europäischen Markt beschränkte. Unser Gründungsgedanke war: Eine berufliche Heimat für ausscheidende Soldaten zu bieten. Wir haben damals unter anderem das deutsche Airmarshal-Konzept für die Flugsicherheit entwickelt und es bekannt gemacht. In den Folgejahren kristallisierte sich aus diesem Firmenkonstrukt die heutige, international tätige Group.

SPARTANAT: Wieviele deutsche Sicherheitsunternehmen gibt es, die seriös Personenschutz im High-Risk Bereich anbieten?

Gaßmann: Deutschland spielt aktuell im Internationalen Sicherheitsmarkt keine große Rolle. Wir sind mit der Asgaard GSG das einzige deutsch geführte Unternehmen, welches eine gültige Sicherheitslizenz für den gesamten Irak hat und gerade dabei ist, den Markt nachhaltig zu öffnen. Seit 2016 bietet unser eigener Stützpunkt in Bagdad die ideale Plattform, um mit dem Gütesiegel „Made in Germany“ auch hier einen Fußabdruck zu setzen. Wir wollen uns von der USA/GB dominierten Organisation „Security Industry Authority“ (SIA), die für die weltweite Regulierung der privaten Sicherheitsbranche zuständig ist, absetzen und schaffen dazu gerade in enger Abstimmung mit der IHK/AIHK eine eigene europäische Zertifizierung. Ein großes Stück Arbeit, aber wir kommen gut damit voran.

 

Arbeiten im Irak: Mal in Uniform und voller Ausrüstung …

SPARTANAT: Gibt es Unterstützung oder gar einen Austausch von/mit deutschen Behörden?

Gaßmann: Wir haben im Irak in den zurückliegenden Jahren ein umfängliches Netzwerk an Unterstützern und Förderern aufgebaut, und sind daher anfangs offen und kooperationsbereit auf verschiedene deutsche Wirtschaftsunternehmen und Behörden zugegangen, um uns als Mittler und potentieller Business Enabler anzubieten. Obwohl der Start etwas holperig begann, haben wir auch weiterhin keinerlei Berührungsängste und betonen lieber die wertvollen Möglichkeiten für Synergien. Die deutsche Wirtschaft war ohnehin weitsichtig und offen, und hat unsere Möglichkeiten nur zu gerne angenommen.

„Wir bieten unterschiedliche Sicherheits-Module an, welche dann der jeweiligen Bedrohungslage, den Bedingungen im Einsatzgebiet und letztendlich den Wünschen des Kunden angepasst werde.“

SPARTANAT: Was umfasst eine Standard-Dienstleistung?

Gaßmann: Wir sind im Irak mit dem Hauptaufgabenbereich des diplomatischen Personenschutzes betraut, bieten jedoch auch für europäische Firmen Sicherheitsdienstleistungen an und führen für diese dann diverse, temporäre Aufträge durch. Selbst ein Shuttle-Transfer vom Flugplatz zum Hotel oder Büro kann dazu gehören. Daher gibt es keine Standard-Dienstleistungen. Jeder Kunde ist individuell und hat individuelle Anforderungen. Wir bieten unterschiedliche Sicherheits-Module an, welche dann der jeweiligen Bedrohungslage, den Bedingungen im Einsatzgebiet und letztendlich den Wünschen des Kunden angepasst werden und gekoppelt werden können. Kein Auftrag gleicht daher dem anderen. Einzeldienstleistungen sind bei uns eher die Ausnahme, da sich bei einem Sicherheitskonzept Bereiche grundsätzlich überschneiden. So greifen Module des Objektschutzes, die Bereitstellung des Fuhrparks, selbst die OpInfo-Arbeit und der Personenschutz immer ineinander.

 

… dann im Anzug und als diskreter Personenschutz.

SPARTANAT: Was für Männer arbeiten für Asgaard GSG? Gibt es auch Frauen im PS-Team?

Gaßmann: 95 Prozent der Männer kommt direkt von der Bundeswehr und dort meist aus den Elite- und Spezielverbänden. 5 Prozent rekrutiert sich aus den Polizeien der Länder und des Bundes.

Aktuell haben wir fünf Frauen in den Einsatzkontingenten, da es von den Kunden angefordert wurde. Schon aus kultureller Sicht sind Frauen unbedingt nötig und sinnvoll.

SPARTANAT: In welchen Ländern, und für wieviele Länder ist ihr Unternehmen zurzeit aktiv?

Gaßmann: Aktuell sind wir in mehreren MENA-Regionen aktiv. Wobei der Irak seit 2013 unsere Hauptaufmerksamkeit hat. Dort sind wir auch mit unserem größten Kontingent im Einsatz. Unsere zentrale Anlaufstelle ist hier in Hamm/NRW/Deutschland, wo wir auch unsere Mitarbeiter rekrutieren und schulen. Gleichzeitig unterhalten wir ein Büro in Westafrika und planen zeitnah weitere Auslandsbüros.

Bagdad 2019 ist eine eine moderne Metropole …

SPARTANAT: Wie muss ich mir das Leben im Irak 2019 vorstellen

Gaßmann: Der Irak ist nicht irgendein Land, und aus geostrategischer und damit gleichzeitig geopolitischer Sicht von internationaler Bedeutung. Mit der Millionenstadt Bagdad als Dreh-und Angelpunkt für den internationalen Warenverkehr konzentrieren sich hier alle Ressourcen.

Unsere Arbeit dort ist recht komplex. Zum einen konzentriert sich die Industrie in der Hauptstadtregion, macht Bagdad damit zum industriellen Zentrum des Landes – mit Einkaufszentren und Freizeitparks auf westlichem Standard und pulsierendem Leben.

… mit Shopping Mals und einem immer friedlicheren Stadtleben. Deutsche und internationale Sicherheitsmitarbeiter helfen mit, den Frieden im Land zu erhalten.

Zum anderen ist diese riesige Stadt mit ihren 5, 5 Millionen Einwohnern gleichzeitig ein Sammelbecken für die Organisierte Kriminalität (OK), verfeindete Clans und Milizen, und leider auch wieder für die Terrororganisation IS. Obwohl die Milizarmee des sog. „Islamischen Staat“ 2014 fast ein Drittel des Landes unter seine Kontrolle gebracht hatte, spielt er in Bagdad keine maßgebende Rolle. Lediglich zur syrischen Grenze hin im Großraum von Erbil und in Richtung Mossul ist erhöhter Sicherheitsaufwand ratsam.

„Unsere Kleidung, Ausrüstung und Bewaffnung folgt keinem Trend, sondern orientiert sich an den Anforderungen des Auftrages.“

SPARTANAT: Wie sind ihre Mitarbeiter ausgerüstet?

Gaßmann: Unsere Kleidung, Ausrüstung und Bewaffnung folgt keinem Trend, sondern orientiert sich an den Anforderungen des Auftrages. Wir sind über das aktuelle Marktangebot für moderne Ausrüstung gut informiert. Dabei müssen wir uns natürlich an die irakischen Landesgesetze und Bestimmungen halten.

SPARTANAT: Wie wird Asgaard GSG in Deutschland und im Ausland wahrgenommen?

Gaßmann: Als modernes und junges Unternehmen nutzen wir natürlich die Medien des 21. Jahrhunderts, um einen Einblick in unsre Arbeit zu gewähren. Obwohl wir nicht in Deutschland tätig sind, ist unser Unternehmen erfrischend oft Thema in den nationalen Medien und auch auf den Social-Media Plattformen zu finden. Da wir häufig Bewerbungen aus dem europäischen Ausland erhalten, gehe ich davon aus, dass unsere Arbeit auch dort wahrgenommen wird.

SPARTANAT: Gibt es im aktuellen Einsatzland Kontakt oder gar einen Austausch mit privaten/behördlichen Sicherheitsdiensten?

Gaßmann: In der relativ überschaubaren „International Zone“ (früher „Green-Zone“) in Bagdad kommt es zwangsläufig zu Begegnungen mit anderen PS-Teams. Anfangs hat man sich neugierig beäugt und verglichen, im Laufe der Einsatzzeit dann auch gegenseitig zum Grillfest oder zum freundschaftlichen Vergleich auf den Schießplatz eingeladen. Wir haben ein westliches PS-Team auch schon mal mit technischer Ausrüstung oder bei der Beschaffung unterstützt, weil ihr eigenes Zeug im Zoll festhing.

SPARTANAT: Vielen Dank für den interessanten Einblick in dieses ungewöhnliche Berufsfeld. Wir werden diese Berichtreihe fortsetzen.

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ASGAARD GSG in Internet: www.asgaardgroup.de

Geschätzt im internationalen Einsatz: deutsche Sicherheitsmitarbeiter von Asgaard GSG bei der Close Protection.

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