Der UZI Tactical Pen ist ein typisches OEM-Produkt aus vermutlich taiwanesischer Produktion, das unter den unterschiedlichsten Namen (Blackfield, Laix, Perfecta) verkauft wird. Dazu gibt es noch diverse Varianten mit unterschiedlichen Riffelungen, Glasbrecher, Zackenkrone und verstecktem Handschellenschlüssel. Das, kombiniert mit zwei verfügbaren Farben (schwarz und „gun metal“ grau) ergibt nur von diesem Stift schon eine überwältigende Auswahl, im nicht gerade kleinen Markt der taktischen EDC-Tools.

Die hier getestete Variante wird unter dem Markennamen „UZI“ verkauft, hat einen Glasbrecher, ein starkes Knurling und graues Finish. Mit einem Preis von um die 20 Euro, gehört er sicherlich in die preisgünstigste Gruppe.

Eines vorweg: dieser Stift ist nicht klein! Mit 45 Gramm wiegt er so viel, wie drei normale Metallkugelschreiber! Und ist dabei deutlich größer und wuchtiger. Das merkt man auch beim Schreiben. Die Bedienung ist etwas umständlich, weil es keinen Druckknopf gibt. Man dreht einfach das Vorderteil ein, bis die Schreibspitze herausschaut. Um die Mine zu tauschen, dreht man das vordere Ende einfach in die andere Richtung. Es passen normale Großraumminen von Parker, ideal sind die „Space Pen“-Minen von Fisher.

Bei Öffnen fällt auch die ungewöhnliche Konstruktion mit dem langen Gewindestück auf. Dies ergibt eine besonders stabile Verbindung, die bei Belastung nicht gleich am Gewinde durchbricht. Der Stift ist aus Flugzeugaluminium (vermutlich 7075) gefertigt, der Glasbrecher aus Wolfram-Karbid. Der Clip besteht aus 1,25mm starkem Stahl und ist mit dem Glasbrecher fixiert. Alles an diesem Kuli ist einfach nur brutalst massiv!

Das bei dieser Variante aufgebrachte „Knurling“, also eine Riffelung, ist extrem griffig, schneidet aber nicht in die Hand und nützt auch die Kleidung nicht übermäßig ab. Dafür wird der Kulin auch mit (schweiß-)nassen Händen nicht aus den Fingern rutschen.

Die Oberfläche ist schön eloxiert, wenn auch nicht hundertprozentig Fehlerfrei. Aber bei einem Tactical Pen sehen sogar Abnutzungsspuren noch gut aus!

Ich habe mich extra für die Variante mit dem Glasbrecher entschieden, da ich weder ein ausgebildeter Ninja bin, noch jemals Bedarf für eine Nahkampfwaffe mit Zackenkrone hatte. Einen Glasbrecher kann man aber in diversen Notsituationen brauchen. Und ein Kuli stellt sicher, dass man ihn dann auch wirklich dabei und nicht nur irgendwo im Auto hat.

Getestet habe ich den Glasbrecher noch nicht (meine Frau meinte, wir brauchen die Fensterscheiben noch, von wegen Winter und so …), ich habe aber keinen Zweifel bezüglich seiner Funktion. Was der Nothammer im Bus kann, schafft der Kuli auch noch. Und wenn es wirklich hart auf hart kommt, bricht die Spitze nicht nur Glas, sondern auch Knochen und Zähne.

FAZIT: Der „taktische Nutzen“ von Tactical Pens mag ja umstritten sein (man geht nicht mit einem Kubotan zu einer Schießerei!), als “Ultima Ratio”, als letztes Mittel zur Selbstverteidigung sind sie aber immer noch besser als bloße Hände!

Aber auch jenseits aller Street-Fights nützen solche Stifte beim täglichen Überlebenskampf im Büro. Die Verwechslungsgefahr mit den üblichen Billig-Werbekulis ist doch eher gering, die Verlustquote durch „ich dachte, das wär’ meiner“ geht daher auch gegen Null. Für längere Texte bräuchte man zwar Bodybuilder-Arme – wobei genau dieser Menschenschlag wiederum keinen Bedarf für langwierige Formulierungen hat – der Kuli ist aber durchaus noch schreibtauglich. Und kaputt kriegt man ihn mit normalen Mitteln nicht. Man kann sich sogar mal draufsetzen (bitte den Stift dabei nur horizontal lagern!) ohne dass da etwas brechen könnte (beim Kuli).

Das alles für einen Verkaufpreis um die 20 Euro, da macht man wirklich nichts falsch!

Special THX an Elchinator für diese Review!